September 2014: Was war los im Netz?

01.09.  Bundesjustizminister Maas will durch die EU-Datenschutzgrundverordnung App-Nutzer besser vor der unbewussten Weitergabe ihrer Standort- oder anderer persönlicher Daten schützen.

04.09.  Auch deutsche Facebook-User können nun aus 60 Kategorien, die gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband erstellt wurden, die Beschreibung ihrer sexuellen Identität wählen.

04.09.  Die Google-Managerin Megan Smith wird U.S. Chief Technology Officer im Weißen Haus. Sie soll die digitale Agenda der US-Regierung mit weiterentwickeln. Zuletzt leitete Smith Googles Forschungslabor X.

07.09.  Wikimedia wird zehn. In dieser Zeit wurden über 22 Millionen gemeinfreie und frei lizenzierte Bilder und Multimediadateien gesammelt.

07.09.  Der BND soll in Zusammenarbeit mit der NSA Datenverkehr in Afghanistan, Somalia und dem Nahen Osten abgreifen. Die Informationen würden bis zu sechs Wochen gespeichert.

11.09.  Die türkische Kommunikationsbehörde kann nun ohne gerichtliche Erlaubnis den Datenverkehr von Nutzern einsehen, aufzeichnen und den Zugang zu Webseiten sperren. Die Opposition will vor dem Verfassungsgericht klagen.

11.09.  2008 hat die US-Regierung Yahoo 250.000 US-Dollar Geldbuße pro Tag angedroht, sollte die Weitergabe von Nutzerinformationen verweigert werden. Anfechtung und Berufung waren erfolglos, so dass sich Yahoo und sieben weitere Unternehmen dem Druck beugten.

12.09.  Das US-Spionagegericht FISC hat die 90-tägige Speicherung der Metadaten aller Telefonate von US-Bürgern ohne richterlichen Beschluss genehmigt. Präsident Obama wollte das Programm entschärfen, ein entsprechender Gesetzentwurf wird jedoch vom Senat blockiert.

13.09.  Snowden-Unterlagen belegen die Existenz des gemeinsamen NSA- und GCHQ-Programms Treasure Map. In einer Echtzeitkarte soll so jedes mit dem Internet verbundene Gerät sichtbar gemacht werden. Auch auf die Netze der Deutschen Telekom sollen die Dienste Zugriff haben.

15.09.  Laut Googles Transparenzbericht stieg die Herausgabe von Nutzerdaten im Vergleich zu 2009 um 150 Prozent, im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2013 um 15 Prozent. Die geheimen Anfragen in den USA wurden dabei nicht berücksichtigt.

17.09.  Das Bundeskabinett will die Vernetzung und Digitalisierung der Verwaltung bis 2020 vorantreiben. Die Bundesverwaltung will mit einem Aktionsplan für Open Data „zum Vorreiter bei der offenen Bereitstellung von Verwaltungsdaten werden“.

18.09.  Die chinesische Handelsplattform Alibaba.com ist an die New Yorker Börse gegangen. Das Volumen des größten Börsengangs aller Zeiten beläuft sich auf 25 Milliarden US-Dollar.

23.09.  Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Ärzte gegenüber Bewertungsportalen keinen Anspruch auf Löschung ihrer Daten und Bewertungen haben.

23.09.  Deutsche Geheimdienste und Kanzleramt verweigern unter Hinweis auf vorrangigen Geheimschutz der USA dem NSA-Untersuchungsausschuss die Herausgabe zahlreicher wichtiger Akten.

25.09.  Laut „Transparenzverordnung“ der Bundesnetzagentur muss der Kunde vom Provider lediglich darauf hingewiesen werden, wenn er den ihm zur Verfügung gestellte Router nicht austauschen darf. Damit spricht sich die Bundesnetzagentur für den Routerzwang aus.

25.09.  Die Opposition im Bundestag hat Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, um Edward Snowdens Vernehmung im NSA-Untersuchungsausschuss in Berlin zu erzwingen.

27.09.  EU-Kommissionspräsident Barroso, Ratspräsident van Rompuy und der kanadische Premier Harper erklären die Verhandlungen für das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) für offiziell abgeschlossen. Wegen der außergerichtlichen Schlichterverfahren für Investoren will Wirtschaftsminister Gabriel nachverhandeln.

30.09.  Der Hamburger Datenschutzbeauftrage Caspar hat eine Anordnung gegen Google erlassen: Der Verbindung von Nutzerinformationen der verschiedenen Google-Dienste zur Profilbildung müsse der Nutzer vorher zugestimmt haben, und er müsse ihr widersprechen können.

30.09.  Der designierte EU-Kommissar für Migrations- und Innenpolitik Dimitris Avramopoulos will einen zweiten Anlauf für eine rechtliche Grundlage der Vorratsdatenspeicherung machen und sich dabei an den Vorgaben der Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) orientieren.

30.09.  In Hongkong wurde ein Trojaner für iOS- und Android-Geräte entdeckt, mit dem E-Mails, Kurznachrichten und Passwörter der Regenschirm-Demonstranten ausgelesen werden können. Hinter dem Angriff wird die chinesische Regierung vermutet.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>