Mai 2014: Was war los im Netz?

02.05.  Die russisch-stämmige US-Amerikanerin Lila Tretikov leitet künftig die Wikimedia Foundation in San Francisco mit rund 200 Mitarbeitern. Die nichtstaatliche gemeinnützige Stiftung betreibt und koordiniert das weltgrößte Online-Nachschlagewerk Wikipedia.

04.05.  In den USA hatte ein Künstler über Kickstarter 25.000 US-Dollar für die Entwicklung von Spielkarten eingesammelt, dann aber keine Produkte abgeliefert. Er wurde verklagt. Der Staatsanwalt entschied, Crowdfunding-Diebstahl werde nicht toleriert.

06.05.  Die Axel Springer AG hat erstmals mehr als die Hälfte ihres Umsatzes und ihres Gewinns digital erwirtschaftet. Konzernchef Döpfner spricht von einer symbolischen Wegmarke. Zuvor hatte sich das Medienunternehmen von zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften getrennt.

06.05.  Nach StudiVZ schließt auch das zu RTL gehörende soziale Netzwerk Werkenntwen wegen anhaltenden Reichweitenverlusts. Noch drei Wochen können Nutzer ihre Daten retten, dann werden diese unwiderruflich gelöscht.

08.05.  Der Publizist Sascha Lobo kritisiert Angriffe von „Anti-Demokraten“ und zunehmendes Desinteresse der Netzgemeinde an der NSA-Totalüberwachung. Auf der Re:publica in Berlin fordert Lobo Widerstand auf allen Ebenen und mehr Geld für NGOs wie die Digitale Gesellschaft.

08.05.  Der Wissenschaftler Viktor Mayer-Schönberger mahnt eine gesellschaftliche Debatte zu Big Data an. In den USA werde Gefängnisinsassen bereits die vorzeitige Freilassung verwehrt, wenn Big-Data-Tools ein hohes Rückfallrisiko anzeigen.

08.05.  Die NSA-Reform wird im Rechtsausschuss des US-Repräsentantenhauses einstimmig angenommen. Sie sieht mehr Transparenz vor, zudem soll die NSA ihre massenhafte Sammlung von Telefondaten in den USA beenden. NSA-Aktivitäten gegen Nicht-US-Bürger und andere Staaten beschränkt die Reform nicht.

09.05.  Ein britischer Parlamentsausschuss stellt fest, die Geheimdienstaufsicht stamme noch aus der Zeit vor dem Internet und müsse reformiert werden. Ein Antrag, Medien wie The Guardian für ihre Aufklärung im NSA-Skandal zu loben, scheitert an den regierenden Konservativen.

13.05.  Die NSA fängt per Post versandte Cisco-Netzwerkgeräte wie Server und Router ab, um darauf Spionage-Software zu installieren, so Glenn Greenwald nach der Durchsicht von NSA-Dokumenten in seinem Buch „Die globale Überwachung“.

13.05.  Getrieben vom Online-Handel, steigt der Umsatz der Paketdienste in Deutschland auf 16,1 Milliarden Euro im Jahr 2013, teilt der Branchenverband BIEK mit. Die Anzahl der Pakete stieg um fünf Prozent.

13.05.  Suchmaschinen-Anbieter können zur Löschung von Verweisen auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten gezwungen werden, entscheidet der Europäische Gerichtshof. Geklagt hatte ein Spanier gegen Google, der im Netz nichts mehr über die 15 Jahre zurückliegende Zwangsversteigerung seines Hauses sehen möchte. Das Urteil löst eine breite Debatte über das „Recht auf Vergessen“ aus.

14.05.  Der ehemalige NSA-Technikchef William Binney kritisiert seinen früheren Arbeitgeber NSA. Dessen Überwachungssystem ermögliche es, Politiker, Anwälte, Journalisten und Verfassungsrichter auszuspionieren und Wirtschaftsspionage in großem Stil zu betreiben.

16.05.  11.000 Autos des Carsharing-Unternehmens Car2go sind aufgrund einer technischen Panne in zahlreichen europäischen und amerikanischen Städten für drei Stunden offline. Die Smarts können weder gemietet noch abgeschlossen werden.

16.05.  Die Bundesregierung will sicherheitsrelevante IT-Aufträge nur noch an Unternehmen vergeben, die ihre Daten nicht an ausländische Geheimdienste oder Sicherheitsbehörden weitergeben müssen. US-Firmen könnten damit aus dem Rennen sein.

22.05.  Nach großen technischen Problemen gelingt es der ARD-Sendung Quizduell schließlich, die TV-Show mit ihrer App zu verbinden, so dass Zuschauer live mitraten können.

22.05.  Die Löschung von Intimfotos darf vom Ex-Partner verlangt werden, entscheidet das Oberlandesgericht Koblenz. Regelmäßig landen Nacktfotos von früheren Partnern im Netz.

25.05.  Bei den Europawahlen erringt die Alternative für Deutschland (AFD) 7 Prozent der Stimmen. CDU/CSU und Grüne verlieren leicht, die SPD gewinnt mehr als 6 Prozent. Die Piraten erreichen mit nur 1,4 Prozent einen Sitz, da erstmals die deutsche Prozenthürde weggefallen ist.

27.05.  China verurteilt die USA nach dem NSA-Skandal: Sie nutzten ihre politische, ökonomische, militärische und technische Vormachtstellung, um andere Staaten hemmungslos auszuspionieren. Es zeige sich das „hässliche Gesicht“ des Eigeninteresses und die „Missachtung jeglicher moralischen Integrität“.

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