Februar 2014: Was war los im Netz?

04.02.  In den Jahren 2002 und 2003 hörte die NSA das Telefon des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder ab. Das geht aus Recherchen des NDR und der Süddeutschen Zeitung hervor. Anlass soll Schröders Kritik am Irak-Krieg gewesen sein. Zuvor war die Spionage gegen Kanzlerin Merkel bekannt geworden.

06.02.  Das US-Außenministerium warnt Besucher der Winterspiele im russischen Sotschi vor elektronischer Ausspähung. Besucher sollten keine Verbindung zu einem WLAN herstellen und alle Passwörter vor und nach der Reise ändern.

10.02.  Zur Aufklärung von Straftaten werden Städte in den USA ohne konkreten Anlass aus der Luft überwacht. Kleine Flugzeuge machen im Sekundentakt hochauflösende Bilder, auf denen sich Personen und Fahrzeuge verfolgen lassen.

11.02.  Niedersachsens Landesmedienchef Andreas Fischer regt an, auch in Deutschland Pornofilter für das Internet zu prüfen, „um Eltern zu helfen, ihre Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten aus dem Netz zu schützen“. In Großbritannien haben die großen Internet-Provider auf Druck der Regierung voreingestellte Filter eingeführt, die nur auf expliziten Wunsch ausgeschaltet werden.

13.02.  Die Polizei in Deutschland und den Niederlanden hat den Online-Drogenmarktplatz Utopia ausgehoben, auf dem Ecstasy, Kokain, Waffen, gestohlene Kreditkartendateien und kriminelle Dienstleistungen gehandelt wurden. Gezahlt wurde mit Bitcoins. Zuvor war dem FBI die Zerschlagung der illegalen Verkaufsplattform Silkroad gelungen.

14.02.  Facebook will seinen englischsprachigen Nutzern mehr Auswahl bei der Geschlechtsangabe bieten: Künftig sollen auch Angaben wie bigender, trans, androgyne oder gender fluid möglich sein.

14.02.  Der Bundestag beschließt die Schaffung eines Ausschusses Digitale Agenda mit dem Ziel, er möge andere Fachausschüsse und Ministerien beraten, die sich mit Internetpolitik befassen.

15.02.  2013 gaben Kunden und Werbetreibende in der EU etwa 6,1 Milliarden Euro für Apps aus, so das Ergebnis einer EU-Studie. Bis 2018 soll der Umsatz der App-Industrie auf 63 Milliarden Euro steigen und 4,8 Millionen Menschen beschäftigen. 40 Prozent der 100 umsatzstärksten Apps in der EU und den USA stammen von europäischen Anbietern.

17.02.  Australiens Auslandsgeheimdienst ASD verhalf der NSA offenbar zu Informationen über eine in Indonesien tätige US-amerikanische Anwaltskanzlei, berichtet die New York Times unter Berufung auf Snowden-Dokumente. Möglicherweise handele es sich bei den Überwachten um Anwälte, die Indonesien in Handelsstreitigkeiten mit den USA vertreten.

17.02.  Online-Einkäufe bedrohen den Einzelhandel in Deutschlands Innenstädten. Auch 2015 soll der Online-Handel mehr als zehn Mal so stark wachsen wie der Einzelhandel insgesamt, schätzt der Einzelhandelsverband.

17.02.  Der Deutsche Presserat will Regeln für Online-Foren von Zeitungen und Zeitschriften einführen. Beleidigungen und Schmähungen sollen vorab oder zeitnah nachträglich gelöscht werden. Eine Klarnamenpflicht fordert der Presserat dagegen nicht.

18.02.  2014 soll der Online-Handel in Deutschland um knapp 25 Prozent auf 48,8 Milliarden Euro steigen. 2013 gab es ein Plus von 42 Prozent.

19.02.  Facebook kauft den Instant-Messenger Whatsapp für umgerechnet 13,8 Milliarden Euro. Den Großteil bezahlt Facebook mit eigenen Aktien. Whatsapp hat nach eigenen Angaben 450 Millionen aktive Nutzer, Facebook 1,2 Milliarden. Schleswig-Holsteins Datenschützer warnen, nun würden potenziell die personenbezogenen Datenbestände beider Unternehmen verschmolzen.

25.02.  Das Bundeskriminalamt hat 2012 nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Hinweise auf kinderpornografische Inhalte im Internet an die jeweiligen Hoster weitergeleitet, zitieren die Ruhrnachrichten einen Bericht für die Bundesregierung. Dieser soll auch beantworten, ob Löschungen eine Alternative zu Internetsperren sein können.

25.02.  Das Landgericht München sieht in den sogenannten Sperrtafeln auf der Videoplattform Youtube eine „absolut verzerrte Darstellung (…) zu Lasten der Gema“. Youtube hatte die Sperrung von Videos vielfach mit dem Hinweis begründet, die Gema habe die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt.

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