#43 Kim Asendorf
„Das Internet als Bühne“

Kim Asendorf, 1981 geboren, lebt und arbeitet in Berlin als freier Künstler und als Creative Director bei NETRO. Nach dem Neue-Medien-Studium in Kassel an der Kunsthochschule programmiert Asendorf in allen Sprachen, auch als Freelancer. Seine Arbeiten beziehen sich in den meisten Fällen auf das Internet oder leben im Internet.

Wie würdest du selbst deine künstlerische Arbeit beschreiben?

Ich sehe das Internet als Bühne, als performance stage. Ich performe digitale Kunst im Internet.

Auf welche Weise verwendest du selbst Werke Dritter?

Auf verschiedenste Art und Weise:

Was macht für dich einen guten Remix aus?

Ich denke, ein guter Remix transportiert nicht bloß die grundlegende Ästhetik des Originals, sondern auch das ganze Drumherum, den Zeitgeist und alle Emotionen, die damit verbunden sind. Im Internet gibt es seit einiger Zeit einen riesigen Trend, bei dem vor allem visuelle Werke, Produkte und Marken geremixt werden, wahrscheinlich könnte es keiner mehr drucken, aber zu meiner Freude existiert diese wunderbare Welt im Netz – noch.

Hast du schon einmal nur aus rechtlichen Gründen ein Werk oder ähnliches nicht verwendet?

Nein, ich denke die Relevanz meiner Arbeiten als Zeitzeugen und kulturelles Gut sind wichtiger als irgendwelche Urheberrechte einzelner Personen und Konzerne.

Was hältst du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Die eigene Freiheit darf nicht durch Ideen anderer eingeschränkt werden. Natürlich soll jeder die Gelegenheit haben, seine Idee zu kommerzialisieren, bevor andere sie klauen können, dennoch macht ein Urheberrecht in vielen Fällen keinen Sinn für mich. Wenn mir gerade danach ist, eine Szene „Star Trek“ zu drehen, sollte ich das auch machen dürfen. Wenn das dann Geld einspielt, zahle ich einfach Tantiemen an die Lizenzhalter.

Zum Abschluss, was ist dein persönlicher Lieblingsremix?

Mein Lieblingsremix ist das Tumblr-Blog „Me and Merkel“ von Ole Fach.

Das Interview führte Leonhard Dobusch.

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