#34 Ticklish
„Ein guter Remix bewahrt die Seele des Songs“

Ticklish produziert seit circa eineinhalb Jahren tanzbare elektronische Musik. Er ist Teil der Berliner We boogie-Crew und arbeitet ständig an Songs und Kooperationen mit anderen Kunstschaffenden.

Was macht für dich einen guten Remix aus?

Ein guter Remix bewahrt die Seele des geremixten Songs und gibt ihm einen neuen Körper, der in den neuen Kontext passt. Die Handschrift des Remixers sollte sich vom Original unterscheiden und kann die vorhergehende Idee überschreiben, wenn du mich fragst.

Auf welche Weise verwendest du Werke von Dritten?

Samples sind eine großartige Quelle der Inspiration für mich. Bisweilen spiele ich einfach nur mit einem Track oder einem A-cappella, das ich mag, herum und es verwandelt sich auf magische Weise in kurzer Zeit in einen vollständigen Song. Manchmal entferne ich am Ende sogar das ursprüngliche Sample, weil es überflüssig geworden ist – auch wenn das Sample der Ausgangspunkt für den ganzen Prozess war.

Was hältst du von der Idee eines „Recht auf Remix“ inklusive Vergütung für die verwendeten Werke?

Wie man mit Sampling-„Piraterie“ umgehen soll, ist letztlich eine schwierige Frage. Auf der einen Seite ist Sampling ein großer Teil der Musikkultur geworden, es ist ein Weg, etwas neues zu erstellen, und auf seine Weise einzigartig. Es passiert soviel in Sachen Sampling, dass du, selbst wenn du es möchtest, kaum herausfinden kannst, wer die Samples geklärt hat und wer nicht. Andererseits kann ich es aber verstehen, dass sich ein Künstler angegriffen fühlt, wenn jemand anders seine Arbeit ohne Zustimmung als Ausgangsbasis nimmt.

Und hinsichtlich der Vergütung?

Die Vergütung für die ursprünglichen Kunstschaffenden ist jedenfalls eine gute Sache und wäre eine nette Idee, sollte aber an die beschränkten Mitteln von Remixern und deren Labels angepasst werden, die in der Regel nicht das Geld haben, Rechte zu klären.

Zum Abschluss, was ist dein persönlicher Lieblingsremix?

Mein liebster Remix aller Zeiten könnte vielleicht Canblasters Remix von French Fries’ „Charlotte“ sein – es ist enorm detailliert und er spielt mit den (unglaublichen vielen) Samples auf sehr musikalische Art und Weise.

Das Interview führte Barbara Hallama.

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