#30 Andreas Paleologos
„Wie bei einer Cover-Version“

Andreas Paleologos arbeitet als Computeranimator und Motion-Designer, hofft aber auch einmal mit seiner Musik Geld verdienen zu können. Sein erstes Konzert unter seinem Künstlernamen CUCKOO gab er 2009 und hat seither ein Album und einige Singles veröffentlicht. Seit 2012 veröffentlicht Paleologos seine Musik vor allem auf Youtube. Weitere Informationen finden sich unter cuckoo.no.

Was macht für dich einen guten Remix aus?

Ein toller Remix enthält ein Überraschungsmoment, eine gute Prise Verspieltheit und macht letztlich ein mattes Original fantastisch.

Auf welche Weise verwendest du selbst Werke Dritter?

Wenn ich manchmal Remixe erstelle, dann bedeutet das meistens das Remixen eines Musikvideos. Ich mache das dadurch, dass ich mich selbst oder andere in das Remixvideo einfüge. Die meiste Zeit verwende ich Kleinigkeiten aus dem Originalsong und erstelle eine Art von Coverversion. Dabei erwecke ich Emotionen zum Leben, die im Original fehlen und mache auf gewisse Weise meine eigene Cuckoo-Version daraus.

Hast du schon einmal nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet?

Nicht wirklich. Ich tauche einfach hinein und hoffe, dass es gut geht. Aber ich denke schon darüber nach, bevor ich eintauche. Wenn ich das Musikvideo von Michael Jacksons „Beat it“ remixe, dann schaue ich zum Beispiel davor nach, ob Michael-Jackson-Remixe gelöscht werden oder ob sie online bleiben. Da ein guter Teil der Michael-Jackson-Remixe offensichtlich online bleibt, mache ich weiter und erstelle meinen eigenen :-).

Wurdest du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen deiner künstlerischen Tätigkeit?

Seit ich meine Arbeiten auf Youtube hochlade, werden alle Videos auf mögliche Urheberrechtsverletzungen hin untersucht. In den meisten Fällen werden sie auch erkannt – mit unterschiedlichen Konsequenzen. Keines meiner Videos wurde jemals komplett gesperrt, aber einige laufen nun mit Werbeanzeigen und andere sind in bestimmten Regionen wie Deutschland oder den USA gesperrt.

Was hältst du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Ich halte das für eine gute Idee. Das wäre entsprechend wie bei Coversongs, wo der Komponist des Songs einen fairen Anteil erhält. Damit das funktioniert, braucht es jedoch gegenseitigen Respekt für die Arbeit des anderen. Kein Abwerten, kein Verletzen. Remixes sollten mit kollegialem Geist und wechselseitiger Unterstützung zur Erschließung neuer Bereiche erstellt werden. Ich glaube, dass der Künstler des Originals das Recht haben sollte, „Nein danke“ zu sagen, wenn er oder sie den Remix als zu penetrant empfindet.

Zum Abschluss, was ist dein persönlicher Lieblingsremix?

Ich bin nicht sehr aktiv in der Remixszene, aber ich bin stolz auf meine eigenen Remixes und Covers, worunter auch mein jüngster Video-Remix des Songs „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus fällt.

Das Interview führte Leonhard Dobusch.

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