#26 Matthijs Vlot
„Copyright sollte ans Internetzeitalter angepasst werden“

Matthijs Vlot produziert Kurzfilme. Er besitzt keine Kamera, aber er hat einen DVD-Ripper und eine Internetverbindung. Unter seinen jüngsten Arbeiten findet sich der „Rip-Hoff pt.1“, in dem David Hasselhoff auf den Fresh Prince of Bel-Air trifft.

Was macht für dich einen guten Remix aus?

Eine neue Perspektive, die funktioniert. Keine Abkürzungen. Es kann alles sein, so lange man die richtigen Akkorde trifft.

Auf welche Weise verwendest du selbst Werke Dritter?

Ich versuche, die DNA meiner Quellen aufzubrechen, und wenn ich Glück habe, dabei vielleicht etwas von der Essenz zu klonen.

Hast du schon einmal nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet?

Nicht unmittelbar – jedoch hatte ich einige Projekte in der Werbung laufen, die letztlich deswegen nichts geworden sind.

Wurdest du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen deiner künstlerischen Tätigkeit?

Nein, ich vermute, es ist Fair Use, wenn ich es einfach online stelle. Aber ich weiß zum Beispiel nicht, ob ich jemals eine kommerzielle DVD mit meinen Arbeiten werde veröffentlichen können.

Was hältst du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Das klingt wie eine frische Idee. Ich finde, Urheber- und Patentrecht sollten an das Internetzeitalter angepasst werden. Was mir bei Sampling und Remix so gut gefällt, ist der Umstand, dass es so nahe an den Grundlagen von Kreativität ist. Alle Ideen bauen auf anderen Ideen auf, weshalb meiner Meinung nach alle kreativen Werke als eine Art Mashup angesehen werden können. Aus dieser Perspektive ist das heutige Urheber- und Patentrecht nicht sehr fruchtbar für die kulturelle Entwicklung.

Was ist dein Lieblingsremix?

James Brown ist, klarerweise, der Godfather des Soul, aber er ist auch einer der am meisten gesampleten Künstler aller Zeiten. Seine Vision hatte eine enorme Auswirkung auf die Popkultur und sein Geist lebt fort in unserer kulturellen DNA. Ich hoffe, dass ich eines Tages seinen Code knacken, mir einen Quantencomputer kaufen und seinen funky Soul klonen kann. Der Remix „James Brown People, get up and drive your funky soul“ von 1988 seines 1973er Songs mischt die Tanzböden immer noch total auf. Man kann sich beide Versionen bei whosampled.com anhören.

Das Interview führte Leonhard Dobusch.

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