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September 2013 – Was war los im Netz?

03.09.   Nokia verkauft sein Kerngeschäft (Geräte und Dienste) für 3,79 Milliarden Euro an Microsoft. Auch die Handysparte des finnischen Herstellers geht an den US-Softwareriesen. Zuletzt hatte Nokia Probleme, auf dem Markt für Smartphones mitzuhalten

04.09.   Der US-Geheimdienst NSA und der BND nutzen bei der Kommunikationsüberwachung deutsche Forschungen zur Sprachanalyse und zur Spracherkennung. Das berichtet das MDR-Magazin Fakt. Die Erkenntnisse stammten aus Projekten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

04.09.   Menschen in Deutschland sind täglich immer länger online. Das ergibt eine Studie von ARD und ZDF. Demnach stieg die Verweildauer im Internet im Vergleich zu 2012 von 133 Minuten auf 169 Minuten. Mobile Geräte wie Smartphones sind Treiber der Entwicklung. Etwa fünf Minuten des täglichen Fernsehkonsums finden durchschnittlich online statt.

05.09.   Amazon-Gründer und Multimilliardär Jeff Bezos sieht ein strukturelles Problem für die US-Zeitung Washington Post, die er im August für 250 Millionen Dollar gekauft hat. Ein Internetmedium wie die Huffington Post könne eine monatelang recherchierte Geschichte der Washington Post „in 17 Minuten“ umschreiben und bei sich veröffentlichen, so Bezos.

06.09.   Die Geheimdienste NSA und GCHQ arbeiten intensiv daran, gängige Verschlüsselungen digitaler Kommunikation zu umgehen und zu knacken – etwa die SSL-Technik für sichere Internetverbindungen. Das berichten die New York Times und The Guardian unter Berufung auf Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden.

07.09.   Etwa 10.000 Menschen demonstrieren in Berlin unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ gegen die Internetüberwachung. Die Demonstranten werfen der Bundesregierung Versagen in der NSA-Spähaffäre vor. Die Bürger dürften nicht hinnehmen, dass das Internet nur noch zum Überwachen und Geldverdienen da sein soll, warnt die Aktivistin Anne Roth.

10.09.   Facebook will zusammen mit Google, Microsoft und Yahoo die richterliche Erlaubnis erwirken, Details zu Geheimdienst-Anfragen veröffentlichen zu dürfen. Die Unternehmen haben entsprechende Anträge beim zuständigen Geheimgericht FISC (Foreign Intelligence Surveillance Court) gestellt. Unklar bleibt, ob die US-Geheimdienste überhaupt bei den Firmen anfragen müssen, um auf Nutzerdaten zugreifen zu können.

10.09.   Apple stellt sein iPhone 5s vor. Eine Neuerung: Ein Sensor im „Home-Button“ scannt den Fingerabdruck des Nutzers. Wenige Zeit später überlistet der Hacker Starbug den Mechanismus.

11.09.   Der Chef des Axel-Springer-Konzerns sieht Kostenvorteile für den Online-Journalismus. Aufwendungen für Druck und Vertrieb fielen weg, so Mathias Döpfner. In der Folge könnten Redaktionen ausgebaut und Journalisten besser bezahlt werden.

11.09.   Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) fordert, die Sicherheitsarchitektur in Deutschland grundlegend zu überholen. Die Sicherheitsbehörden gehörten „an die enge Leine“ der Politik. Die „unzulässige institutionalisierte Zusammenarbeit“ des Bundesnachrichtendienstes (BND) mit ausländischen Diensten müsse gesetzlich verhindert werden.

12.09.   Facebook-Chef Mark Zuckerberg kritisiert Erklärungen der US-Regierung, wonach keine US-Bürger ausspioniert werden – was die Überwachung von Nicht-US-Bürgern offen lässt. „Das war echt übel“, so Zuckerberg. „Es ist mein Job und der von Facebook, alle zu schützen, die Facebook nutzen.“

16.09.   Eine Schulverwaltung in Kalifornien lässt die Social-Media-Aktivitäten von rund 14.000 Schülern durch eine externe Firma überwachen, berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Gesucht werde nach Hinweisen auf Selbstmordabsichten, Drogenmissbrauch, Waffen, Gewalt und Schulabbruch.

19.09.   „Gefällt mir“-Angaben fallen unter das Recht auf Meinungsfreiheit. Das urteilt ein Berufungsgericht in den USA. Ein Sheriff hatte 2009 sechs Mitarbeiter entlassen, weil ihnen die Facebook-Seite seines Gegenkandidaten gefiel. Diese hatten gegen ihre Entlassung geklagt.

20.09.   Der britische Geheimdienst GCHQ hat offenbar die Verbindungen des belgischen Telekomanbieters Belgacom ausgespäht. Das berichtet der Spiegel mit Verweis auf Dokumente des NSA-Whistleblowers Edward Snowden. Belgacom wickelt unter anderem die Kommunikation von EU-Institutionen in Brüssel ab.

24.09.   Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff beschuldigt in einer Rede vor der UN-Generalversammlung die USA, mit ihren Ausspähaktionen internationales Recht gebrochen zu haben. Brasilien war offenbar eines der Abhörziele der NSA. Rousseff fordert US-Präsident Barack Obama vorerst vergeblich auf, sich zu entschuldigen.

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