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März 2013 – Was war los im Netz?

01.03.   Der Bundestag beschließt mit schwarz-gelber Mehrheit das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Damit erhalten auch Nachrichtenschnipsel im Internet einen einjährigen Schutz. Wer diese gewerblich nutzen will, muss die Verlage um Erlaubnis fragen und gegebenenfalls Lizenzgebühren zahlen.

01.03.   Der chinesische Technik-Konzern Lenovo kündigt an, auf die Smartphone-Märkte in Europa und den USA zu expandieren. In China hat sich das Unternehmen bereits als führender Smartphone-Hersteller hinter Samsung etabliert. Apple ist auf dem chinesischen Markt dagegen abgeschlagen mit einem Anteil von 4,3 Prozent.

04.03.   In der deutschen IT-Branche steigt die Zahl der Beschäftigten auf ein Rekordniveau. Das teilt der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit. Zugleich beklagt der VDI den „Fachkräftemangel“. Auf einen arbeitslosen Informatiker kämen 3,7 offene Stellen.

04.03.   Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wirbt auf der Cebit dafür, den Wandel in der IT-Welt mit dem richtigen politischen Rahmen zu unterstützen. Maschinenbau und Autoindustrie allein reichten nicht aus, um Deutschlands Zukunft zu sichern. Man müsse aufpassen, eine echte Gründungskultur zu entwickeln.

04.03.   Der Umsatz der deutschen IT- und Telekommunikationsindustrie wird 2013 um 1,4 Prozent auf 153 Milliarden Euro steigen. Das schätzt der Branchenverband Bitkom. Damit wachse der Bereich erneut deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft.

06.03.   Der Axel-Springer-Konzern will sein Digitalgeschäft schneller ausbauen. Springers Umsatz bei digitalen Medien stieg 2012 um 22 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro und übertraf damit erstmals den Geschäftsbereich inländische Zeitungen. Zum Konzern gehören mehrere Online-Jobbörsen sowie Shopping- und Immobilienportale.

10.03.   Nach Verkaufsstart des nur online spielbaren Sim City 5 kommt es zu Serverausfällen beim Hersteller Electronic Arts. Der zeigt sich von der „Intensität“ des Spielens überrascht.

11.03.   Das Geschlecht, die sexuelle Orientierung und die politische Einstellung von Facebook-Nutzern lassen sich anhand ihrer „Gefällt mir“-Angaben erstaunlich treffsicher bestimmen. Das zeigt eine Untersuchung britischer Forscher.

12.03.Chinas Regierung regt ein UN-Abkommen zur Cyberspionage an. „Der Cyberspace braucht Regeln und Kooperation, keinen Krieg“, zitiert die Washington Post das Außenministerium.

13.03.   Der US-Lobbyverband der Drohnenhersteller drängt auf die Zulassung der unbemannten Fluggeräte für den allgemeinen Luftraum. In diesem Fall könne der Umsatz der jungen Branche bis 2017 auf 13,6 Milliarden US-Dollar steigen. 70.000 Arbeitsplätze könnten entstehen. Einsatzmöglichkeiten gebe es etwa in der Landwirtschaft.

13.03.   Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hält ein schwedisches Urteil gegen die Gründer der Filesharing-Plattform The Pirate Bay für angemessen. Wegen schwerer Urheberrechtsverletzungen wurden Peter Sunde und Fredrik Neij 2010 zu mehrmonatigen Haftstrafen und einer Geldbuße von rund 5,5 Millionen Euro verurteilt.

20.03.   Die Internetunternehmer Marc und Oliver Samwer legen einen Fonds für Unternehmens-Gründungen auf, ausgestattet mit 150 Millionen Euro. Die Samwer-Brüder sind mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet bekannt geworden, die erfolgreiche US-Geschäftsideen in Deutschland kopiert.

20.03.   Mehr als eine Milliarde Menschen besuchen monatlich die Videoplattform Youtube. „Wäre Youtube ein Land, wäre es das drittgrößte der Welt, nach China und Indien“, heißt es in einer Erklärung des Google-Tochterunternehmens.

20.03.   Das Gericht der Europäischen Union hält die Geheimhaltung rund um das gescheiterte Anti-Piraterie-Abkommen ACTA für rechtmäßig. Die EU-Kommission dürfe im Rahmen internationaler Vertragsverhandlungen Dokumente unter Verschluss halten.

21.03.   Der Internet-Forscher Geert Lovink warnt davor, Facebook als Plattform für öffentliche Diskussionen zu nutzen. Facebook werde Inhalte löschen, sobald sie Gewinne gefährden. Die Infrastruktur für gesellschaftliche Debatten dürfe nicht einer privaten Firma gehören. Hintergrund ist die Entfernung kirchenkritischer Kommentare von Jürgen Domian auf Facebook.

22.03.   Der Bundesrat lässt das Leistungsschutzrecht für Presseverlage passieren. Trotz massiver Kritik verzichtet die rot-grüne Länderkammer darauf, den Vermittlungsausschuss anzurufen.

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