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Juni 2013 – Was war los im Netz?

01.06.   Google will keine Gesichtserkennungs-Apps für seine neue Datenbrille Glass. Weder die Kamera noch das Mikrofon des Geräts sollen genutzt werden, um Personen in der Umgebung zu identifizieren. Allerdings kann Google seine Regeln für Entwickler jederzeit ändern.

03.06.   Rohstoffe für den 3D-Druck sollen aus Plastikmüll recycelt werden. Die US-Firma Rocknail Specialties entwickelt ein entsprechendes System für den Hausgebrauch, berichtet Technology Review. So könnte der 3D-Druck billiger werden.

03.06.   Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet den Kurznachrichtendienst Twitter als Plage. „Die größten Lügen sind hier zu finden“, so Erdogan im Fernsehen. Auf Twitter tauschen sich Regierungskritiker unter anderem über das harte Vorgehen der türkischen Polizei gegen Demonstranten aus.

03.06.   Der große Hype um Facebook-Spiele wie „Farmville“ scheint zu Ende. Farmville-Entwickler Zynga entlässt 520 Mitarbeiter und schließt mehrere Standorte in den USA.

04.06.   EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes will die Netzneutralität im EU-Recht verankern. Das Prinzip sieht die Gleichbehandlung von Daten im Internetverkehr vor.

04.06.   Die französische Anti-Piraterie-Behörde Hadopi steht vor dem Aus, heißt es aus Regierungskreisen. Sie sei zu teuer und ineffizient. Hadopi hat rund 1,2 Millionen Nutzer wegen Urheberrechtsverstößen angeschrieben. Nur 14 Fälle übergab sie Gerichten.

05.06.   Netz-Aktivisten sammeln 76 000 Unterschriften für einen starken EU-Datenschutz. Die geplanten EU-Regelungen dürften nicht auf Druck von Unternehmen wie Amazon, Facebook und Google verwässert werden.

06.06.   Die Zeitungen The Guardian und Washington Post enthüllen: Seit 2007 überwacht der US-Geheimdienst NSA mit dem Programm PRISM im großen Stil die Internetkommunikation. Die NSA habe Zugriff auf Google und Facebook. Ihre Quelle nennen die Zeitungen noch nicht.

07.06.   Der Bundesrat erhebt keine Einwände gegen verlängerte Schutzfristen für Tonaufnahmen. Der urheberrechtliche Schutz wird um 20 auf 70 Jahre ausgedehnt.

07.06.   Google meint, die Einspielergebnisse von Kinofilmen am Startwochenende mit 92-prozentiger Sicherheit vorhersagen zu können. Hierzu wertet das Unternehmen Suchanfragen, Anzeigen-Klicks, die Zahl der bespielten Kinos und die Filmklassifizierung aus.

07.06.   US-Präsident Barack Obama rechtfertigt die Sammlung privater Telefon- und Internetdaten durch die Geheimdienste mit der Terrorbekämpfung. Berichte zur Internetüberwachung beträfen keine US-Bürger. Zugleich begrüße Obama eine Debatte darüber, wie Anti-Terror-Kampf und Privatsphäre vereinbar sind.

09.06.   Hinter den Enthüllungen zur amerikanischen und britischen Internetüberwachung (PRISM und Tempora) steckt der Whistleblower Edward Snowden. Der 29-jährige US-Amerikaner war technischer Mitarbeiter bei US-Geheimdiensten und externen Dienstleistern. „Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, die so etwas macht“, begründet Snowden seinen Schritt an die Öffentlichkeit.

14.06.   Open Data: Das EU-Parlament stimmt einer neuen Richtlinie zur Verwendung öffentlicher Daten zu. Sie sollen maschinenlesbar zur Verfügung gestellt werden und für beliebige Zwecke verwendbar sein.

17.06.   Der mit großem Abstand leistungsstärkste Supercomputer der Welt ist in China in Betrieb. Das wird auf der Internationalen Supercomputerkonferenz ISC‘13 in Leipzig bekannt gegeben. Der „Tianhe-2“ basiert auf zehntausenden Intel-Prozessoren. 2012 landete noch ein Superrechner in den USA auf Platz eins.

19.06.   US-Präsident Barack Obama sichert bei einem Berlinbesuch mehr Transparenz zur amerikanischen Internetüberwachung zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt: „Das Internet ist für uns alle Neuland.“

22.06.   Die Twitter-Kampagne #Aufschrei gewinnt einen Grimme Online Award. Sie habe den Sexismus im Alltag sichtbar gemacht. „Aus dem Netz wanderte das Thema zurück in die etablierten Medien und in die Politik, eine Wirkung, die zuvor noch kein Hashtag in Deutschland hatte“, heißt es in der Begründung der Jury.

22.06.   Panne bei Facebook: Nutzer konnten über ein Jahr auf Adressdaten ihrer Kontakte zugreifen, die nicht für sie freigegeben waren. Betroffen waren laut Facebook sechs Millionen Mitglieder.

23.06.   Der US-Whistleblower Edward Snowden flüchtet aus Hongkong nach Moskau. Die USA haben einen Haftbefehl wegen Spionage gegen ihn ausgestellt. Russland verweigert die Auslieferung.

24.06.   Die virtuelle Welt Second Life feiert 10-jähriges Bestehen. Von den 36 Millionen Mitglieder-Accounts werden monatlich noch eine Million aktiv genutzt, teilen die Entwickler von Linden Lab mit. Viele virtuelle Dependancen von Unis, Städten und Unternehmen aus den Gründungsjahren stehen mittlerweile leer.

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