Mate. Urban Drink

Januar 2013 – Was war los im Netz?

03.01.   Das ARD-Programm geht vollständig über den Livestream online. Das gilt auch für die Tagesschau und den Tatort. Grund ist laut ARD die hohe Nachfrage. Seit dem 1. Januar gilt zudem die neue Haushaltsgebühr.

03.01.   Die US-Kartellbehörde FTC stellt eine Untersuchung gegen Google ein. Nach 19 Monaten habe man keine Beweise gefunden, dass der Konzern Konkurrenzdienste in seinen Suchergebnissen benachteiligt.

04.01.   China sperrt prominenten Regierungskritikern den Zugang zu Online-Netzwerken. Bislang konnten sie sich über Mikroblogging-Dienste – chinesisch „weibo“ genannt – relativ frei austauschen. Betroffen sind auch eine Journalistin und ein Uni-Professor.

07.01.   In Bangkok wird ein jahrelang gesuchter Hacker aus Algerien festgenommen. Der 24-Jährige soll weltweit mehr als 200 Banken betrogen haben. Mit einer einzigen Transaktion habe er bis zu 20 Millionen Dollar erbeutet, so ein Polizeisprecher.

07.01.   Google-Chef Eric Schmidt besucht die autoritäre Diktatur Nordkorea. Nach eigenen Angaben fordert er dort das Regime auf, den Bürgern das Internet frei zugänglich zu machen. Das US-Außenministerium kritisiert Schmidts Reise als „nicht sonderlich hilfreich“. Nordkorea steht wegen Raketentests in der Kritik und gilt als „Zensur-Weltmeister“.

09.01.   Twitter muss sich in Frankreich vor Gericht verantworten. Das US-Unternehmen weigert sich, dem jüdischen Studentenverband die Klarnamen von Nutzern herauszugeben, die antisemitische Kurznachrichten absetzen. Maßgeblich sei die Rechtslage in den USA, wo die Daten verarbeitet würden, argumentiert Twitter.

10.01.   Die GEMA erklärt ihre seit 2009 laufenden Verhandlungen mit Youtube für gescheitert. Die Videoplattform will die verlangten Mindestvergütungen nicht zahlen. Der Streit hat zahlreiche Video-Sperrungen für deutsche Nutzer zur Folge. Die GEMA sieht nun die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt am Zug.

11.01.   Angesiedelt bei Europol in Den Hag startet das Europäische Cybercrime-Zentrum. Schwerpunkt ist die organisierte Kriminalität im Cyberspace – etwa die Kinderpornografie und Finanzdelikte. Außerdem sollen Bedrohungen für kritische Infrastrukturen und Informationssysteme abgewehrt werden.

13.01.   Der US-Internet-Aktivist Aaron Swartz nimmt sich das Leben. Der 26-Jährige war Mitentwickler des RSS-Feeds, Mitgründer von Reddit und Entwickler für Creative Commons. Im Frühjahr drohte ihm ein Prozess, weil er sich unerlaubt Zugang zum Netzwerk des Massachusetts Institute of Technology verschafft haben soll. Die US-Justizbehörden stehen in der Kritik, unverhältnismäßig hart gegen Swartz vorgegangen zu sein, der an Depressionen litt.

14.01.   Lobbyisten des Axel-Springer-Konzerns haben sich fünf Monate vor der Bundestagswahl 2009 beim Kulturstaatsminister für ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage eingesetzt. Das antwortet die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Bisher war gerätselt worden, wie das Vorhaben in den schwarz-gelben Koalitionsvertrag kam.

15.01.   Wikimedia eröffnet das Reiseportal Wikivoyage. Darin finden sich Informationen über Reiseziele weltweit. Die Inhalte stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Historisch ist Wikivoyage eine Abspaltung der älteren, kommerziellen Website Wikitravel.

15.01.   Facebook stellt die interne Suchfunktion Social Graph vor. Sie berücksichtigt den sozialen Graphen der Nutzer, also etwa Fotos und Verknüpfungen. Beispielsweise kann nach „Freunden, die in Hamburg wohnen und Kino mögen“ gesucht werden.

16.01.   Die britische Tochter der US-Videothekenkette Blockbuster meldet Insolvenz an. Rund 4.200 Arbeitsplätze sind in Gefahr. Hintergrund soll die Konkurrenz durch Online-Video-Dienste sein.

17.01.   Sogenannte Nacktscanner werden an US-Flughäfen außer Betrieb genommen. Eingeführt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2011, sollten sie Gegenstände unter der Kleidung von Passagieren darstellen.

17.01.   Der Urheberrechtler Gerald Spindler (Uni Göttingen) kritisiert das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Das Leistungsschutzrecht sei innerhalb des Urheberrechts systemwidrig, wenn es nur für eine bestimmte Veröffentlichungsform (Internet) und nur für bestimmte Nutzer (Suchmaschinen und verwandte Dienste) gilt. Es rücke gefährlich nahe zu einem „einzelfallbezogenen Gesetz“, das verfassungsrechtlich unzulässig ist.

21.01.   Die Piratenpartei verpasst mit 2,1 Prozent der Stimmen den Einzug in den niedersächsischen Landtag. Zuletzt hatten die Piraten die Fünf-Prozent-Hürde in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein noch geschafft.

24.01.   Der E-Paper-Absatz in Deutschland steigt. Gegenüber 2009 verkaufen Zeitungsverlage etwa dreimal mehr Digitalausgaben für PCs, Tablets und Smartphones. Im 4. Quartal 2012 waren es rund 280.000. Das berichtet der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).

25.01.   Das umstrittene EU-Projekt CleanIT legt seine Empfehlungen vor. Bei der Terrorbekämpfung im Internet sei eine verstärkte Zusammenarbeit staatlicher und privater Stellen gefragt. Frühere Vorschläge zur Internetüberwachung fehlen im Abschlussbericht. Sie hatten bei Bürgerrechtlern Proteste ausgelöst.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>