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April 2013 – Was war los im Netz?

02.04.   Die Internetwirtschaft wehrt sich gegen einen Gesetzesentwurf zur IT-Sicherheit. Mit den geplanten Informations-, Kontroll- und Anordnungsbefugnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) drohe Überregulierung. Der Entwurf sieht unter anderem die Pflicht für Unternehmen vor, Störungen und Hackerangriffe zu melden.

03.04.   Der Bundesnachrichtendienst überwachte 2011 etwa 3 Millionen Netzverbindungen, darunter E-Mails, Telefonate und Faxe. Das ergibt ein Bericht des für die Geheimdienste zuständigen Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG). „Nachrichtendienstlich relevant“ waren für den BND am Ende nur 290 Verbindungen.

04.04.   Ein weltweites Netzwerk von Journalisten veröffentlicht gemeinsam ausgewertete Daten über Steueroasen („Offshore Leaks“). In Deutschland sind die Süddeutsche Zeitung und der NDR beteiligt. Eine anonyme Quelle hatte Datensätze von 130.000 potenziellen Steuersündern zugänglich gemacht.

08.04.   Ein US-Bezirksgericht verbietet den Weiterverkauf „gebrauchter“ Musikdateien über das Online-Portal Redigi. Es komme dabei zu einer unerlaubten Kopie, selbst wenn der Verkäufer die „alte“ Datei bei sich lösche.

08.04.   Der 3D-Drucker wird einzelne Branchen stark verändern. Damit rechnen laut einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom rund 80 Prozent aller ITK-Unternehmen. Mit den Druckern könnten Verbraucher künftig Güter wie Spielzeug oder Geschirr privat herstellen. Der Verband erklärt, der Markenschutz müsse angesichts der 3D-Drucker „neu gedacht“ werden.

11.04.   In den USA verspricht Facebook seinen Werbekunden passgenauere Anzeigen. Möglich wird laut Facebook zum Beispiel, gezielt nur die Nutzer anzusprechen, die sich in den kommenden Monaten höchstwahrscheinlich einen Kleinwagen anschaffen. Das Unternehmen kooperiert hierfür mit externen Daten-Auswertern.

11.04.   Die Rasterung von mehr als einer Million Mobilfunkdaten im Rahmen einer Anti-Nazi-Demo 2011 in Dresden war verhältnis- und rechtmäßig. Das entscheidet das Amtsgericht Dresden und weist eine Klage der Bundestagsabgeordneten Halina Wawzyniak (Linke) gegen die polizeiliche Maßnahme zurück.

14.04.   Google erhält einen der Big-Brother-Awards 2013. „Unter dem Deckmantel einer Suchmaschine und anderer Gratis-Dienste wie Maps, Docs und Youtube sammelt der Werbekonzern Google auf Schritt und Tritt Echtzeit-Daten über alles und jeden und kategorisiert Menschen für seinen Werbeprofit“, begründet die Jury des Negativ-Preises, der an Datenschutz-Sünder vergeben wird.

19.04.   Die Amazon Studios haben Pilotfolgen zu 14 möglichen Serien veröffentlicht. Anhand von Streaming-Daten und Zuschauerkritiken will der Amazon-Ableger später entscheiden, welche Konzepte tatsächlich als Serie produziert werden.

22.04.   Der Bundestag verabschiedet den Schlussbericht zur Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft”. Die Netzpolitik sei in der Mitte des Parlaments angekommen, so das Fazit. Nun dreht sich die Diskussion um einen ständigen Ausschuss zur Netzpolitik im Bundestag.

23.04.   Facebook darf vorerst weiter die Konten von Nutzern sperren, die nicht ihre Klarnamen angeben. Das entscheidet das Oberverwaltungsgericht Schleswig. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) wollte Facebook die Klarnamen-Pflicht verbieten.

26.04.   Der Bundestag verabschiedet mit den Stimmen von Schwarz-Gelb und den Grünen die Schutzfristverlängerung für Tonaufnahmen. Damit verlängert sich der Schutz für Tonträgerhersteller und ausübende Musiker von 50 auf 70 Jahre. Die Änderung setzt eine EU-Richtlinie um. Zahlreiche Urheberrechtler kritisieren die Verlängerung.

29.04.   Die Grünen im Bundestag und im EU-Parlament starten eine Online-Kampagne gegen den Export digitaler Waffen. Die Ausfuhr von Überwachungstechnik und Zensursoftware aus der EU werde nicht ausreichend kontrolliert.

29.04.   Mehr als die Hälfte des Risikokapitals, das deutschen Start-ups zu Verfügung steht, wandert nach Berlin. 2012 waren es 133 Millionen Euro, viermal so viel wie 2009. Das teilen der IT-Verband Bitkom und der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) mit.

30.04.   Das soziale Netzwerk Schülervz schließt wegen Mitgliederschwunds. Bilder, Nachrichten, Links, Pinnwandeinträge und alle anderen Daten Nutzer werden gelöscht. Studivz und Meinvz bleiben online.

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